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Corporate Volunteering - Engagement zeigen

Das Engagement für Umwelt und Gesellschaft ist nicht die Folge wirtschaftlichen Erfolgs, sondern dessen Wurzel.“ Zu diesem Ergebnis kommt die Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research in einer aktuellen Studie. Sie hat darin die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien für die Beurteilung von Anlagechancen und -risiken bei Unternehmensanleihen untersucht und stellt fest: Früher sei es ausreichend gewesen, ökonomisch erfolgreich zu sein, um als gutes Unternehmen wahrgenommen zu werden. Heute werde dagegen erwartet, dass neben den ökonomischen auch soziale und ökologische Ziele verfolgt würden.

Das vorliegende Heft beleuchtet daher schwerpunktmäßig die Möglichkeiten und Chancen, die ein gesellschaftliches Engagement bietet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Thema Corporate Volunteering. Denn neben Spenden hat sich Corporate Volunteering zu einer wichtigen Säule einer verantwortungsvollen Unternehmensführung entwickelt. Immerhin: Fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen haben die Wichtigkeit gesellschaftlichen Engagements erkannt und handeln entsprechend. Elf Milliarden Euro lassen sie sich ihr freiwilliges gesellschaftliches Engagement jährlich kosten

Wie sie dabei vorgehen, das zeigen die Best-Practice-Beispiele in diesem Heft. Deutsche Post DHL, ING-DiBa und Ford haben uns ihren Weg beschrieben. Positive Effekte im Unternehmen sind beispielsweise die Bindung und die Motivation der Mitarbeiter, die Vermittlung von Teamfähigkeit und die Förderung der Identifikation mit dem Betrieb. Nach außen positionieren sich die Unternehmen durch ein solches Engagement als attraktiver und innovativer Arbeitgeber und stärken ihre Reputation.

Den gewachsenen Ansprüchen tragen viele Unternehmen auch Rechnung, indem sie Corporate Volunteering als Teil einer übergeordneten Unternehmensstrategie verankern. Und das hat handfeste Gründe: Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL, zeigt sich in unserem Interview davon überzeugt, dass das gesellschaftliche Engagement einen wirtschaftlichen Mehrwert für das Geschäft darstellt.

Unsere Best-Practice-Berichte zeigen zudem, dass die aktive Teilnahme und die Unterstützung durch das Management wichtig für den Erfolg sind. Die DiBa hat das erkannt, und so verwundert es nicht, dass in diesem Jahr alle Vorstände der Bank persönlich bei den „Tafeln“ in Frankfurt am Main im Einsatz waren.

Und auch die Politik haben wir befragt. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erklärt in unserem Interview, wie wichtig es ist, dass sich neben dem Staat auch Unternehmen um soziale Belange kümmern. Bürgerverantwortung, Eigeninitiative und Engagement seien heute unverzichtbar für eine stabile und lebendige Gesellschaft. „Wir brauchen eine Kultur der Mitverantwortung, die nicht nur vom Staat und der Zivilgesellschaft getragen wird, sondern auch von der Wirtschaft.“

 

Gabriele Kalt

Gabriele Kalt

Verantwortliche Redakteurin

 

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